Krisztián Horváth: Von den Hügeln des Zalaer Landes ins Herz von Audi #AudianerinderweitenWelt

2026. 05. 08.

Krisztián Horváth begann seine Laufbahn als Verkehrsingenieur, wechselte später zum Fahrzeugingenieurwesen und entwickelte sich vom Analyseingenieur zum IT-Controller. Während seiner Studienjahre in Győr begann ihn die Marke Audi – und alles, wofür sie steht – zu faszinieren. Der Wunsch nach Entdeckung führte ihn schließlich zur Muttergesellschaft nach Ingolstadt: Er wollte jenes Unternehmen kennenlernen, von dem vor mehr als drei Jahrzehnten der Aufbau des Vier-Ringe-Standorts in Győr ausging.

Würdest du uns etwas über die Zeit vor deiner Audi-Karriere erzählen? Woher kommst du, wo hast du studiert?

Ich bin in Zalaegerszeg geboren und habe dort gelernt, bis mich mein Weg an die Széchenyi-István-Universität führte. Neben der Technischen Universität Budapest wurde der Studiengang Verkehrsingenieurwesen nur dort angeboten. Da ich aus einer kleinen Gemeinde im Komitat Zala stamme, erschien mir Győr deutlich attraktiver als Budapest, weshalb ich mich für die westungarische Stadt entschied.
 

Hat Audi bei dieser Entscheidung bereits eine Rolle gespielt?

Zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Da in Ungarn jedoch eindeutig der Straßenverkehr dominiert, konzentrieren sich auch die Studieninhalte stark darauf, was automatisch in Richtung Automobilbranche führt – ein Bereich, der mich ohnehin interessierte. Da an der Universität in Győr vieles auf Audi ausgerichtet ist, vertiefte ich mich zunehmend in das, wofür die Marke mit den vier Ringen steht. Die Hightech-Produktion führte einerseits dazu, dass Audi mein erstes eigenes Auto wurde. Andererseits – und das ist hier deutlich wichtiger – suchte ich bereits während meines Studiums aktiv nach Möglichkeiten, das Audi-Leben kennenzulernen.
 

Wann ergab sich diese Gelegenheit?

Noch während meines Bachelorstudiums bewarb ich mich als Ingenieurpraktikant bei Audi. Das war im Sommer 2015, als ich dem Team Operations Management angehörte und über operative Aufgaben begann, mich mit der Audi-Welt vertraut zu machen.
 

Und das führte schließlich zu einer festen Anstellung bei Audi Hungaria.

Genau – und zwar in dem Bereich, in dem ich zuvor als Praktikant tätig war. Ab April 2017 war ich als Analyseingenieur hauptverantwortlich für die EA288-Basisaggregat-Fertigungslinie sowie für die kundenbezogene Kommunikation rund um diesen Antrieb. Das bedeutete, dass ich die Dieselmotoren gegenüber den belieferten Konzernstandorten vertrat und eng mit dem mexikanischen Werk in San José Chiapa, dem SEAT-Werk in Martorell, dem Škoda-Hauptproduktionsstandort in Mladá Boleslav sowie mit dem VW-Konzernsitz in Wolfsburg zusammenarbeitete.
 

Bis zur Entsendung ist an der Universität und bei Audi Hungaria noch einiges passiert.

An der Széchenyi-István-Universität erwarb ich einen Masterabschluss im Fahrzeugingenieurwesen – mit Audi-Dozenten und klarer Audi-Ausrichtung. Der Wunsch nach Weiterentwicklung prägte auch meine Tätigkeit im Unternehmen. Daher wechselte ich 2020 den Bereich und arbeitete fortan als Controller mit Verantwortung für Motorenkomponenten. So blieb ich technologisch nah am Produkt und lernte gleichzeitig die finanzielle Betrachtungsweise als wichtigen Bestandteil von Entscheidungsprozessen kennen.
 

Sind es vor allem neue Themen, die dich in deiner Arbeit motivieren?

Ich würde eher sagen, es sind die Herausforderungen. Und davon gibt es bei Audi nahezu unzählige – dank der herausragenden Teams hinter der Premiummarke und der großen Vielfalt an Aufgabenbereichen.
 

Worauf bist du aus deiner Zeit in Győr besonders stolz?

Persönlich sehe ich den Perspektivwechsel als größten Gewinn. Fachlich bin ich stolz darauf, dass ich im Bereich Produktcontrolling eine tragende Rolle hatte und zu den Ersten gehörte, die halfen, diesen Bereich innerhalb des Volkswagen Konzerns zu etablieren und sichtbar zu machen.
 

Wie kam es zur Möglichkeit der Entsendung?

Ich signalisierte meinen Führungskräften, dass ich mich gerne auch an einem anderen Konzernstandort ausprobieren würde, um die Audi-Welt aus einer neuen Perspektive kennenzulernen. Da sie meine Offenheit für Neues kannten, boten sie mir den damals im Umbruch befindlichen Bereich IT-Controlling in Ingolstadt an.
 

Warum hast du die Entsendung angenommen? Was hat dich daran gereizt?

Vor allem die Lust am Entdecken. Ich wollte das Mutterunternehmen kennenlernen, von dem aus vor über drei Jahrzehnten der Standort Győr aufgebaut wurde, und war zudem sehr neugierig auf die bayerische Kultur.
 

Wo liegen die größten Unterschiede zwischen der dortigen und der heimischen Kultur?

Sowohl in den Gepflogenheiten als auch in der Kultur gibt es deutliche Unterschiede. In der Arbeitsweise fiel mir besonders auf, wie anders mit Zeit umgegangen wird – selbst das Essen gilt oft als Arbeitsmittagessen. Insgesamt beeindruckte mich vor allem, wie wichtig die Pflege von Traditionen ist, selbst unter jungen Menschen, die sich aktiv daran beteiligen.
 

Wie ist dein Verhältnis zu den Kolleginnen und Kollegen in Ingolstadt?

Auch nach der Restrukturierung hat sich ein sehr starkes Team gebildet, mit vorbildlicher Zusammenarbeit und Kommunikation. Ich wurde äußerst positiv aufgenommen, mit großer Offenheit empfangen und nahezu sofort in das Team integriert. Es gibt viele Freizeitaktivitäten für Mitarbeitende, außerdem verbindet Fußball viele von uns. Nicht nur das Spielniveau ist hoch, auch die Fankultur ist entsprechend ausgeprägt.
 

Wo arbeitest du aktuell und wie sehen deine täglichen Aufgaben aus?

Ich bin weiterhin im Bereich IT-Controlling tätig, insbesondere in einer koordinierenden Funktion. Unter anderem verantworte ich die konzernweiten IT-Reports, die Performance Programme und erfülle eine zentrale Schnittstellenfunktion. Für mich war dieser Bereich völlig neu. Da sich das IT-Controlling deutlich von anderen Controlling-Bereichen unterscheidet – unter anderem, weil neben indirekten Kosten auch Investitionen Teil der Kostenplanung sind – musste ich mich intensiv einarbeiten. Dafür war ich sehr offen und erhielt umfassende Unterstützung.
 

Welche persönlichen und fachlichen Eigenschaften sind aus deiner Sicht entscheidend für eine erfolgreiche Entsendung?

Da ich zuvor keine Erfahrung im IT- und Fixkostencontrolling hatte, waren vor allem die Faszination des Neuen und die berufliche Herausforderung ausschlaggebend. Daraus ergibt sich, dass ein hohes Maß an Offenheit und Lernbereitschaft notwendig ist, um sich in einem neuen Umfeld mit unbekannten Prozessen zurechtzufinden. Darüber hinaus sind Flexibilität, Anpassungsfähigkeit und schnelle Entscheidungsfähigkeit wichtig – auch seitens der Familie.
 

Du bist also nicht allein ins Ausland gegangen …

Ich bin im April 2024 gemeinsam mit meiner Frau nach Ingolstadt gezogen, wo sechs Monate später unser Sohn Noel geboren wurde.
 

Wie gestaltet ihr eure Freizeit in dieser Lebensphase?

Wir unternehmen viele Ausflüge, vor allem an Orte, die sich gut für Spaziergänge mit einem Baby eignen. Wir waren sowohl in den bayerischen als auch in den österreichischen Alpen unterwegs, vor allem rund um die Seen. Ein weiteres Reiseziel auf unserer Wunschliste ist Berlin. Parallel versuchen wir – gemeinsam und auch individuell – Freizeitmöglichkeiten zu nutzen, die zu Hause nicht möglich wären, etwa ein Besuch bei einem Bayern-Spiel. Sport spielt generell eine wichtige Rolle in meinem Leben, nicht nur als Zuschauer. Ich fahre regelmäßig mit dem Fahrrad zur Arbeit; die rund 20 Minuten am Morgen und Nachmittag sind sehr angenehm und wohltuend. Gemeinsam mit meiner Frau versuchen wir außerdem, Tennis Schritt für Schritt wieder in unseren Alltag zu integrieren.
 

Wie lange dauert deine Entsendung?

Die dreijährige Entsendung endet im kommenden April.
 

Was vermisst du am meisten von zu Hause?

Für uns beide eindeutig das familiäre Umfeld sowie die in Győr gebliebenen Freunde – und natürlich den Túró Rudi.
 

Wie oft reist ihr nach Hause?

Etwa alle sechs bis acht Wochen. Manchmal nur für ein verlängertes Wochenende, gelegentlich auch für einen längeren Aufenthalt.
 

Könntest du dir vorstellen, auch nach der Entsendung im Ausland zu bleiben?

Für eine Controlling-Fachkraft gehört der Blick in die Glaskugel fast zum Pflichtprogramm – dennoch kann ich darauf keine eindeutige Antwort geben. Sicher ist jedoch, dass ich grundsätzlich offen für eine weitere Auslandstätigkeit bin, sofern sie zur jeweiligen Lebenssituation passt. Fachlich betrachtet halte ich es für äußerst wertvoll, sich in einem konzernexternen Umfeld weiterzuentwickeln und zu beweisen.

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