2026. 07. 29.
Ferenc Nagy arbeitete als Luftfahrzeugmechaniker beim Militär, bevor er zu Audi Hungaria kam. Auch im Unternehmen begann er in einem technischen Bereich und beschäftigt sich heute vor allem mit Aufgaben rund um die Energieeffizienz. Mit der Umsetzung einer Idee, die weit über seinen eigentlichen Tätigkeitsbereich hinausging, wurde er 2025 beim Innomeet Gala als TOP-Innovator des Jahres ausgezeichnet.
Ich bin 2013 zum Unternehmen gekommen und arbeite seitdem im Bereich Gebäudetechnik und Energieversorgung. Mein Schwerpunkt liegt auf der Steigerung der Energieeffizienz in der Gebäudetechnik. In diesem Rahmen bin ich seit mehr als zwölf Jahren an der Überwachung und Analyse des Energieverbrauchs beteiligt.
Auch bei Audi Hungaria wurde das konzernweite Ziel verfolgt, den Energieeinsatz für unsere Produkte Jahr für Jahr zu reduzieren. Innerhalb kurzer Zeit entwickelte ich mich vom Mitarbeiter für Gebäude- und Energieversorgungsüberwachung – nachdem ich berufsbegleitend an der Széchenyi-István-Universität ein technisches Studium abgeschlossen hatte – zunächst zum Instandhaltungsingenieur und später zum Energiemanager.
Die in der Luftfahrzeugtechnik erworbenen Systemkenntnisse sowie meine schnelle Reaktionsfähigkeit konnte ich auch im Audi-Umfeld hervorragend einsetzen. Bei unerwartet auftretenden Problemen war es stets mein Ziel, möglichst rasch eine Lösung zu finden.
Was gefällt dir an deiner Arbeit am meisten?An meiner Tätigkeit als Energiemanager schätze ich vor allem die gestalterische Freiheit. Unsere Prozesse können wir in gewissem Rahmen – selbstverständlich im Einklang mit den übrigen Unternehmensabläufen – selbst gestalten, teilweise müssen wir sie sogar selbst entwickeln. Deshalb gibt es bei uns eigentlich keine Idee, die von vornherein als unrealistisch gilt.
Diese geistige Freiheit motiviert mich sehr. Außerdem fällt es mir schwer, mich mit einer Lösung zufriedenzugeben, wenn ich weiß, dass es eine bessere gibt. Deshalb bin ich ständig auf der Suche nach Entwicklungsmöglichkeiten und effizienteren Arbeitsweisen.
Ausgezeichnet wurde ich für eine Idee im Zusammenhang mit einer Energiestrategie, die das größte Einsparpotenzial erzielt hat. Auf die Details möchte ich nicht näher eingehen, aber der Hintergrund ist interessant:
Vor einigen Jahren wurde auf EU-Ebene eine Richtlinie zur Steigerung der Energieeffizienz verabschiedet, die den Mitgliedstaaten konkrete Zielvorgaben macht. In Ungarn wurde diese Regelung auf besondere Weise umgesetzt: Energiehändler als verpflichtete Marktteilnehmer erwarten von den Endverbrauchern, dass sie einen Teil der eingekauften Energie jedes Jahr durch Energieeffizienzmaßnahmen einsparen. Geschieht dies nicht, fallen zusätzliche Kosten pro Gigajoule an.
Daraus entstand meine Idee: Die ohnehin umgesetzten Maßnahmen sollten auditieren und zertifizieren lassen werden, damit wir die dadurch entstehenden zusätzlichen finanziellen Belastungen für das Unternehmen reduzieren können.
Die Auszeichnung hängt letztlich auch mit der Möglichkeit zusammen, die wir gemeinsam mit der Rechts- und Finanzabteilung geschaffen haben: Überschüssige, zertifizierte Energieeinsparungen können an unseren Handelspartner verkauft werden. So entstand mit vergleichsweise geringem Investitionsaufwand statt zusätzlicher Ausgaben ein erheblicher finanzieller Ertrag für das Unternehmen.
Ich würde sagen, ich bin auch darauf besonders stolz, weil wir hier gemeinsam mit mehreren Fachbereichen eine Aufgabe lösen konnten, die eigentlich außerhalb meines eigentlichen Tätigkeitsfeldes lag. Das erforderte eine völlig andere Art des Projektmanagements als jene, die in unserem Fachgebiet üblich ist.
Besonders gerne denke ich aber auch an jene Ideen zurück, bei denen die technische Seite im Mittelpunkt steht und bei denen durch meine Mitwirkung das realisierte System effizienter oder kostengünstiger wurde als ursprünglich geplant.
In diesem Zusammenhang bin ich besonders stolz auf die Temperierungshalle G80. Mein Kollege Adrián Patrik Tóth, der das Projekt leitete, holte mich als Berater für die Steuerungstechnik hinzu. Gemeinsam entwickelten wir eine Regelung, bei der die Kühlanlagen optimal aufeinander abgestimmt arbeiten. Unter Berücksichtigung der Außentemperatur und der verfügbaren Kapazitäten wird die Zuluftmenge automatisch optimiert.
Motiviert hat mich dabei insbesondere die Frage, wie man – entgegen den üblichen Vorgehensweisen – die Steuerungstechnik stärker in den Mittelpunkt stellen kann, ohne dabei Energieeffizienz und Betriebssicherheit aus den Augen zu verlieren.
Welche Kompetenzen braucht man, um ein guter Innovator zu sein?Offenheit ist für mich das Wichtigste. Innerhalb des Unternehmens habe ich zahlreiche Schulungen im Bereich Gebäudetechnik absolviert und versucht, das Gelernte sofort in die Praxis umzusetzen.
So war es auch mit unserem Gebäudeleitsystem. Viele Teile des Programms und des dazugehörigen Reporting-Moduls basieren auf meinen Ideen oder wurden direkt von mir entwickelt. Dazu gehören beispielsweise automatisierte Tagesberichte, die den Energieverbrauch von Audi Hungaria auswerten, oder einfachere Reports, die die Qualitätssicherung im Karosseriebau unterstützen, indem sie Temperatur- und Feuchtigkeitswerte für die Klebetechnik überwachen.
Ich verfolge täglich technische Neuerungen und bilde mich kontinuierlich weiter, um auf die kommenden Herausforderungen vorbereitet zu sein.
Ein unterstützendes Umfeld ist von enormer Bedeutung. Ebenso wichtig ist es, Vertrauen zu spüren und Wertschätzung für die eigene Arbeit zu erfahren.
Ein weiterer entscheidender Faktor ist ein inspirierendes Umfeld. Dabei denke ich vor allem an meine direkten Kolleginnen und Kollegen, die im gemeinsamen Arbeitsalltag immer wieder neue Impulse liefern und auch konstruktive, weiterführende Kritik offen ansprechen.
Bei Audi habe ich in unserem Fachbereich genau ein solches Umfeld gefunden. Außerdem bin ich ein echter Problemlöser. Wenn ich etwas beginne, möchte ich es auch zu Ende bringen. Ich bin überzeugt, dass es für jedes Problem eine Lösung gibt – man muss sie nur finden.
Addresse
9027 Győr, Audi Hungária út 1.
Telefon
+ 36 96 66 8888
E-mail
Unsere aktuellen News können Sie auf der News-Seite nachlesen.
Bei weiteren Fragen steht Ihnen unsere Presseabteilung gerne zur Verfügung.