2026. 02. 22.
Vor genau neun Jahren trat Benjámin Horváth bei Audi Hungaria ein – heute ist er eine der Schlüsselfiguren für Entwicklungen und Digitalisierung in dem Karosseriebau. Was als Praktikum begann, führte ihn in eine Fachposition, in der er als Prozessingenieur wegweisende Systeme auf den Weg brachte – Lösungen, die heute nicht nur in Győr, sondern konzernweit Maßstäbe setzen.

Ich bin für den Vorbereitungs- und Finishbereich des Karosseriebaus sowie für die Endkontrolle zuständig. Dies umfasst die vorbereitenden Schritte der Karosseriemontage sowie jene Prozesse, in denen die Endkontrolle und eventuelle Korrekturen durchgeführt werden.
Früher gehörte auch die Tür- und Klappenfertigung zu meinem Bereich. Momentan unterstütze ich dort noch gelegentlich fachlich, aber der Bereich wird bereits von einem anderen Kollegen betreut.
Meine Arbeit ist äußerst vielfältig: Ich stehe täglich mit mehreren Ebenen der Organisation in Kontakt – von den Linienbedienern bis hin zu den Segmentleitern. Als Prozessingenieur arbeite ich in den Vorbereitungsbereichen, im Finish sowie in den Nacharbeitsbereichen. Ich bin verantwortlich für die Stabilität, Weiterentwicklung und Digitalisierung der Produktionsprozesse.
Seit September 2025 übernehme ich zudem die Schnittstellenkommunikation zwischen Karosseriebau und Lackiererei, wodurch ich auch eine aktive Rolle in der Koordination der Zusammenarbeit der beiden Werke spiele.
Innerhalb des Karosseriebaus sind wir zu zweit für Industrie-4.0- und Digitalisierungsprojekte zuständig. Wir initiieren eigene Entwicklungen, übernehmen aber auch Projekte von anderen Produktionseinheiten. Mit Unterstützung des Digitalisierungsteams konnten wir mehrere datenbasierte Entwicklungen realisieren, die den täglichen Betrieb transparenter und effizienter gemacht haben.
Präzision.

Als Praktikant begann ich im Werkzeugbau, wo mir die tägliche Arbeit und das professionelle Umfeld sehr gut gefallen haben. Als ich später als Ingenieur in Vollzeit durch das Werkstor ging, war die Verantwortung spürbar größer – aber es war ein gutes Gefühl, denn ich wusste, dass ich am richtigen Ort bin.
Direkt als Berufseinsteiger bin ich mitten in ein neues Projekt eingestiegen, das große Herausforderungen mit sich brachte. Damals wurde gerade der G50.1 betoniert, später begann die Installation der Fertigungszellen.
Einer der unvergesslichsten Momente war für mich die Präsentation des neuen Audi Q3 in Győr. Es war eine große Ehre, das Győrer Werk und meine Kolleginnen und Kollegen auf der Bühne vertreten zu dürfen – in Anwesenheit vieler anerkannter Führungskräfte. Dieser Moment hat mich besonders darin bestärkt, dass unsere Arbeit auch international von Bedeutung ist.
Es ist schwer, nur einen Erfolg hervorzuheben, denn ich freue mich genauso über kleinere Ergebnisse – für mich zählt am meisten, dass wir kontinuierlich vorankommen.
Eines meiner prägendsten Projekte war im Finish-Bereich, wo ich als Prozessingenieur tätig war. Ich stellte fest, dass es für die Einführung dynamischer Prüfungen noch keine ausgereifte, einheitliche technische Lösung gab. So entstand die Idee, ein Online-System zu entwickeln, das bei Fehlermeldungen ermöglicht, innerhalb weniger Minuten die nötigen Kontrollen einzuführen – statt über Telefon oder mündliche Nachrichten, in strukturierter digitaler Form.
Das System wurde gemeinsam mit zwei prägenden Mitgliedern des Digitalisierungsteams – Vivien Kata Horváth und Gábor Szabó – auf Basis meiner Vorstellungen umgesetzt. Es funktioniert bis heute effizient, wird von den Mitarbeitenden geschätzt und ist selbstverständlich „audit-sicher“. Später erfuhr ich, dass das vollständige Programm auch in Ingolstadt und Neckarsulm eingeführt wurde.

Ich habe diesen Arbeitsplatz bewusst gewählt, weil mir fachliche Weiterentwicklung, Stabilität und ein hochwertiges Arbeitsumfeld wichtig sind. Schon als Berufseinsteiger erhielt ich echte Verantwortung und anspruchsvolle technische Aufgaben.
Ich würde das Unternehmen empfehlen, weil man sich in einer unterstützenden Umgebung weiterentwickeln kann – während man an Projekten arbeitet, die nicht nur lokal, sondern auch international Wirkung zeigen.
Ich bin besonders stolz auf ein System, das die Identifikation der an die Karosserie montierten Türen mit der individuellen Kennung der Karosserie mit hoher Genauigkeit verknüpft. Früher lag die Trefferquote bei 40–50 %. Durch die Nutzung der Möglichkeiten der Microsoft Power Platform – insbesondere Power BI – konnten wir ein Reporting- und Kontrollsystem entwickeln, das diese Quote auf 98 % steigerte.
Das System sendet automatische Benachrichtigungen, wenn die Erfolgsquote sinkt – etwa bei Kamera- oder Kodierungsfehlern –, sodass schnell und gezielt eingegriffen werden kann.
Dieses Ergebnis ist besonders wichtig im Hinblick auf die zukünftigen Karosserielieferungen des Q3 von Győr nach Ingolstadt, wo eine präzise Identifikation von hoher Bedeutung sein wird.
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